Chronik

 

Aus der Vergangenheit der IGB

 

„Wir wollen gemeinsam etwas für unseren Ortsteil erreichen. Es ist gut, wenn viele an einem Strang ziehen.“ So leitete damals, am Sonntag, dem 26. November 1995, Pastor Dr. Karl-Heinz Wiesemann (St. Maria-Magdalena) die Gründungsversammlung

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der „Initiativgemeinschaft zur Förderung eines bürgerfreundlichen, kinder- und jugendgerechten Ortsteils Bösperde“ im kath. Pfarrheim ein. Nach einer mehr als 90minütigen Aussprache wurde Gerd Jentsch, Rektor der Hauptschule Bösperde, einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Die weiteren Vorstandsämter bekleideten Pastor Dr. Wiesemann (stv. Vorsitzender), Pastor Daubner (Schriftführer) und Silke Klopries (Kassiererin). Zu Beisitzern wurden seinerzeit Boie Peters und Harald Heidrich benannt. Die ersten Kassenprüfer waren Jürgen Boike und Rainer Harnischmacher.

Der Gründungsversammlung voran ging ein ökumenischer Gottesdienst.

Am 08. 12. 1995 folgte die Gründung eines Jugendrates

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in der Initiativgemeinschaft.

Als erster Jugendsprecher wurde Stefan Heidrich gewählt.

Schon gleich Anfang des Jahres 1996 begann die InitiativGemeinschaftBösperde (IGB) mit der Stadt Verhandlungen zu führen über  die Neuanlegung eines Sportplatzes hinter der Hauptschule. Außerdem wurden zeitgleich Gespräche mit der Verwaltung über eine Erweiterung des Jugendtreffs geführt. Während sich die Verhandlungen über eine Auslagerung des Sportplatzes über Jahre hinweg wenig erfolgreich gestalteten und schließlich der Sportplatzneubau aufgrund finanzieller Notlage der städtischen Finanzen wieder einmal um mehrere Jahre verschoben werden sollte, konnte die IGB bei der Erweiterung des Jugendtreffs einen großen Erfolg verbuchen. Dank Franz-Josef Mönnig, der sich bereit erklärte, für das Vorhaben die Bauleitung zu übernehmen, konnte die Verwaltung und die Politik der Stadt Menden davon überzeugt werden, dass durch die Eigenleistung

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der Bösperder Bürger und der damit verbundenen Kostenersparnis von rund 115.000,-- DM  eine bauliche Erweiterung möglich sei. Und tatsächlich konnte nach nicht einmal zweijähriger Bauzeit zur großen Freude der Kinder und Jugendlichen des Ortsteiles am 21. 11. 1998 zur Einweihung des Neubaus eingeladen werden.

Danach wurde es ruhig um die IGB. Bei den Planungen um die Auslagerung des Sportplatzes trat man weiterhin auf der Stelle. Der zweite Vorsitzende Pastor Dr. Wiesemann wurde nach Brilon versetzt und musste aus dem Vorstand ausscheiden.Dafür wurde Harald Heidrich 1999 als stellvertretender Vorsitzender gewählt. Aber auch der erste Vorsitzende Gerd Jentsch konnte bald darauf aus gesundheitlichen und beruflichen Gründen sein Amt nicht mehr ausüben. Eine Neuzusammensetzung des Vorstands gestaltete sich schwierig.

Die IGB stand vor der Entscheidungsfrage:Weitermachen oder den Verein auflösen?

Am 05. September 2000 beschloss die Mitgliederversammlung, wiederum im kath. Pfarrheim, mit großer Mehrheit, dass die Initiativgemeinschaft für den Ortsteil Bösperde unverzichtbar sei und es weitergehen muss.

In den Vorstand wurden gewählt: Harald Heidrich als 1. Vorsitzender, Heinz-Josef Scheffer (2. Vorsitzender), Heinz Grote (Kassierer), Rüdiger Kembügler (Schriftführer), Jörg Schumacher und Klaus Knecht (Kassenprüfer).

Dieser Vorstand packte unverzüglich das Sportplatzproblem  an. Mit der Unterstützung aller Vereine gelang es der IGB, den im Zentrum des Ortsteiles bestehenden Sportplatz auch gegen den Einspruch und die Klage zweier Anwohner  noch für viele Jahre dort zu erhalten. Mit großem ehrenamtlichen Einsatz und unzähligen Stunden Eigenleistung durch die Mitglieder der DJK SG Bösperde und weiterer Bürger wurde das Sportlerheim grunderneuert und erweitert. Das Fußballfeld wurde mit dem damals neuesten Kunstrasenbelag

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versehen. Vertraglich wurde zwischen der Stadt Menden und den Anwohnern des Sportplatzes eine Bestandsgarantie bis 2018 festgelegt. Allerdings muss die DJK seitdem im Trainings- und Spielbetrieb einige zeitliche Einschnitte hinnehmen.  Dennoch herrschte große Freude unter den Bösperder Sportlern, als endlich am 24. April 2004  die “Unendliche Geschichte“ des Bösperder Sportplatzes ein vorläufiges Ende fand und der neue Kunstrasenplatz offiziell übergeben wurde.

2002 stellte die IGB im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Kläranlage einen Bürgerantrag  zur Anlegung eines Geh- und Radweges im Osterfeld und unterstützte damit auch die Forderungen der Halinger Bürger.

In weiteren Bürgeranträgen in 2002 forderte die IGB von der Stadt Menden die“Aufstellung von Straßenlaternen zwischen der Straße Am Gillkamp und der Goethestraße“, den“Ausbau eines durchgehenden Rad- und Fußweges an der Provinzialstraße hin zur Heidestraße und Holzener Straße“, die“Instandsetzung der Oberen Heidestraße im Bereich der Klärbecken.

Im gleichen Jahr stellten die Bösperder Vereine zum erstenmal unter der Regie des damals noch existierenden Sängerbundes Holzen-Bösperde und der Freunde Maroeuil den Maibaum

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auf dem Maroeuiler Platz auf. Sogar die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag war gekommen, um kräftig mitzukurbeln, damit der Maibaum in seine richtige Position gestellt werden konnte.

Ebenfalls in diesem Jahr übernahm die IGB die organisatorische Verantwortung für den Kartoffelmarkt

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. Heinz Scheffer stellte nur noch seinen Hof zur Verfügung.

2003 war der Fuß- und Radweg im Osterfeld fertiggestellt. IGB und Treff Bösperde feierten die Fertigstellung zusammen mit den Bösperder und Halinger Bürgern mit einem besonderen Event .  In diesem Jahr stellte die IGB die Betreuung von Schülerinnen und Schülern nach dem Unterricht an der Hauptschule Bösperde sicher. Dazu schloss sie einen speziellen Vertrag mit der Stadt Menden. Zuvor  hatte das der Förderverein der Hauptschule übernommen. Der hatte sich aber zwischenzeitlich aufgelöst. Erst nach Neugründung eines Fördervereins konnte die IGB die Aufgabe wieder zurückgeben.

Als im September 2004 die Brücke  über Hönne und Bahn in Bösperde für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht gesperrt wurde, verfolgte die IGB aktiv die Planungen und den Beginn für die Brückensanierung. Aber erst nach viereinhalb Jahren rollen am 19. Mai 2008 wieder die Autos. Das nahm die Initiativgemeinschaft zum Anlass, am Sonntag, dem 18.05. ein Brückenfest

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zu feiern und alle kamen.

Als die Stadt Menden  2004 die Anwohner der oberen Landwehr  in Schrecken versetzte, indem sie ihnen drohte, Teile ihrer Grundstücke zu enteignen, um die Wunne bis zur Landwehr durchzuziehen, stand die IGB auf der Seite der betroffenen Anwohner.

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Als Mitte Juli des gleichen Jahres bei Harald Heidrich, dem Vorsitzenden der IGB, das Telefon bimmelte, staunte er nicht schlecht. Ein Redakteur der Lokalzeit des WDR  kündigte an, am kommenden Montag einen Bericht über Bösperde drehen zu wollen. Die IGB sollte dabei den Fernsehleuten helfen, “unser Dorf  ins rechte Licht zu rücken“. Gesagt, getan:

Das Vorstandsteam traf sich mit vielen Vereinsvertretern und gemeinsam legte man fest, was dargestellt werden sollte.

Schon lange beschwerten sich die Anwohner der Bredde über den schmalen, nicht ausgebauten und nicht gesicherten Fußweg an der Provinzialstraße.

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 Im März 2005 setzte sich die IGB zusammen mit dem Kindertreff, den Bewohnern der Bredde-Siedlung und den Politikern demonstrativ für eine Verbesserung des unhaltbaren Zustandes ein und stellte an die Stadt einen entsprechenden Bürgerantrag. Aber erst 2007, nach einem weiteren Bürgerantrag und einem Gespräch mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Hubert Schulte, konnte ein Erfolg verbucht werden. Für die Sicherheit der Fußgänger wurde endlich gesorgt, wenn auch nur vorerst durch provisorische Maßnahmen.

Die zahlreichen Vereine in der IGB hatten lange geplant, bevor sie gemeinsam 2005 die

1.Bösperder Mainacht  in der Holzen-Bösperder Schützenhalle veranstalteten. Das“Westfalen- Kompott“ brachte Comedy und die Showband“Die Banditos“ spielte zum Tanz auf. Alle Erwartungen wurden übertroffen. Mehr als 600 Besucher feierten in der voll besetzten Schützenhalle erstmals gemeinsam in den Mai.

Im Sommer 2006 setzte sich die IGB vehement für die Erhaltung des Spielplatzes an der Magdalenenstraße

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ein. Sie startete einen Aufruf an alle Bösperder und führte eine große Unterschriftenaktion durch. Zur Freude aller war dieser Kampf erfolgreich.

2007 machte sich die IGB Gedanken darüber, wie das heruntergekommene Ehrenmal vor einem weiteren Verfall bewahrt und wieder in einen besseren Zustand versetzt werden könnte. Der Vorstand legte der Stadt entsprechende Pläne vor und bot an, bei der Renovierung der Anlage Eigenleistung durch die Vereine einzubringen und nach Fertigstellung des Ehrenmals auch die Pflege zu übernehmen. Die Stadt stimmte zu und im Jahr 2008 ging man endlich tatkräftig ans Werk. Im Frühjahr 2009 fand dann eine stimmungsvolle Einweihungsfeier statt.

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So hat sich die IGB in den zurückliegenden Jahren einerseits immer zum Ziel gesetzt , die Vereine des Ortsteils zu einer harmonischen Gemeinschaft zusammenzubringen und engagierte Bürger darin einzubinden und andererseits durch die Vertretung gemeinsamer Interessen für ein bürgerfreundliches, kinder-  und jugendgerechtes Bösperde zu sorgen. Das soll auch in den vor uns liegenden Jahren so sein. Möglichkeiten dazu gibt es genug. Und eins ist auch sicher.

Ohne die Politiker geht es nicht. Wir müssen gemeinsam handeln.

 

*Bilder © Mendener Zeitung, Westfalenpost