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Biogas in Bösperde

Kategorie: Berichte Veröffentlicht: Montag, 31. August 2015 Geschrieben von Annegret Freiberger

 Die Initiativ-Gemeinschaft Bösperde hatte zu einer Informationsveranstaltung über Biogasanlagen eingeladen. Jeder interessierte Bürger wurde von Dr. Arne Dahlhoff, Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer NRW, in einem interessanten Vortrag über Aufbau und Nutzung von Biogasanlagen informiert.

 

1998 gab es Deutschlandweit 11 Biogasanlagen, die bis Ende 2010 auf 432 angestiegen sind. Die Genehmigung einer solchen Anlage erfolgt nach dem erneuerbaren Energiegesetzt, welches 2012 eine Neustrukturierung erfahren wird und in dem u.a. auch geregelt ist, wie solche Anlagen gefördert werden. Das Genehmigungsverfahren dauert zwischen 10 und 18 Monaten und ist mit strengen Auflagen verbunden. So erfolgt z.B. alle 3 Jahre eine erneute Abnahme und die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft überprüft die Anlagen jährlich.

 

Biogasanlagen werden hauptsächlich im landwirtschaftlichen Bereich genutzt und haben eine Durchschnittsgröße von 250 kW. Hiermit können ca. 2 Millionen kWh/Jahr an Strom erzeugt werden, der für ca. 460 Haushalte reichen würde. Der dabei entstehende Wärmeüberschuss von knapp 1,6 Millionen kWh/Jahr entspricht ca. 160.000 l Heizöl. Ferner ergibt sich ein Gärrest von 5.800 t/Jahr. Dieser wird zur Düngung wiederverwendet und reicht für ca. 160 Hektar.

Um solch eine Anlage wirtschaftlich zu betreiben, werden im Jahr folgende Substrate benötigt:

1.750 t Rindergülle und 560 t Rindermist. Das entspricht ca. 90 Kühen plus Nachzucht.

840 t Grünroggen. Hierzu werden ca. 30 Hektar Anbaufläche benötigt.

3.851 t Maissilage, die auf ca. 80 Hektar angepflanzt werden.

Eine Biogasanlage besteht aus 2 oder mehr 18-22 m hohen Behältern aus Beton, mit einem Foliendach. Im 1. Behälter werden nachwachsende Rohstoffe eingefüllt. Dies sind üblicherweise: zu 50 % Maissilage, zu 40 % Gülle und Mist und der Rest Getreide. Die entstehenden Bakterien zersetzen das Füllmaterial, bevor es dann zu einer Versäuerung kommt. Danach erfolgt die Essigsäurebildung und abschließend die Biogasbildung. Um immer eine gleichbleibende Wärme von 40°C zu halten, befindet sich im Behälter ein Rührwerk, das die Masse dauerhaft in Bewegung hält. Das so entstehende Gas wird nach oben in den Folienbehälter gedrückt und gesammelt. Von dort wird es in ein Blockheizkraftwerk geleitet und zu Strom umgewandelt. Das alte Material wird in den 2. Behälter gefördert, während das ausgegaste Material als Gülle Wiederverwendung findet.

Es werden verschiedene Stoffe verwendet, weil diese, eben durch ihre Verschiedenheit, eine höhere Effizienz erzielen.

Bei älteren Biogasanlagen kann es, bei nicht sachgerechter Nutzung und Wartung, zu Geruchsbelästigungen kommen. Deshalb dürfen neue Anlagen nur noch mit einer Gasabfackelanlage gebaut werden.

Auf Nachfrage erklärte Dr. Dahlhoff noch, dass es auch Biogasabfallanlagen gibt, ca. 28 in Deutschland. Diese unterliegen einem noch strengeren Genehmigungsverfahren, da dort auch Schlachtabfälle und Essensreste verwertet werden dürfen.

 

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